Familienpolitisch hat die Schweiz im Vergleich zu anderen Ländern noch aufzuholen. Schön, dass wir mit der Einführung des 14-tägigen Vaterschaftsurlaubs nun einen Schritt weiter sind. Und es bleibt zu hoffen, dass irgendwann sogar eine Elternzeit eingeführt werden kann.

Ein Ende mit der traditionellen Rollenverteilung

Der Staat ist gefordert mit erschwinglichen und bedarfsgerechten Angeboten zur Drittbetreuung von Kindern. Und vor allem müssen auch steuerliche Anreize geboten werden, wie eine Individualbesteuerung, die keine Nachteile für den oder die ZweitverdienerIn bringt. 

Auch die Familien sind gefordert, die sich für eine gleichmässige Aufteilung von Betreuungs- und Erwerbsarbeit einsetzen müssen und die traditionelle Rollenverteilung innerhalb der Familie aufheben. 

Aktuell arbeiten nämlich 8 von 10 Müttern mit Kindern unter 15 Jahren in Teilzeit, aber nur einer von 10 Vätern. (Quelle BFS). Das heisst mehr Väter in Teilzeitpensen und für Mütter eine Erhöhung des Teilzeitgrades, um einkommens- und karrieremässig nicht auf der Strecke zu bleiben.

 

Familienfreundliche Arbeitgeber

Nicht zuletzt sind auch die Unternehmen gefragt und können im Rahmen ihrer Möglichkeiten einiges für familienfreundliche Arbeitsbedingungen und eine Verbesserung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie tun. Die Palette ist gross, entscheidend ist flexible Arbeitszeitmodelle und Remote Working anzubieten. Aber auch Unterstützung bei der Kinderbetreuung zu bieten. Dabei muss es nicht gleich die firmeneigene Kita sein. Familien ist oftmals schon mit kleineren Dingen geholfen.

Beispielsweise bei Lösungen für Betreuungsengpässen der Kinder, sei es bei Krankheit oder wenn die reguläre Betreuungslösung kurzfristig nicht verfügbar ist.

Hierfür gibt es externe Fachstellen, die mit Unternehmen zusammenarbeiten. Schweizweite Anbieter sind das Schweizerisches Rotes KreuzProfawo oder familienservice (neu Familizy). Die andere Möglichkeit wäre eine Beteiligung des Unternehmens an den Betreuungskosten. Einen Betreuungsservice für Familien und Private gibt es schweizweit bei Schweizerisches Rotes Kreuz und Kinderspitex Schweiz (bei längerer oder schwerwiegender Krankheit). Zudem gibt es auch eine Vielzahl regionaler Angebote.Eltern fühlen sich durch solche Angebote ernst genommen und Arbeitgeber profitieren zusätzlich von weniger Fehlzeiten. 

Warum also nicht die Initiative ergreifen und sich mit solchen oder anderen umsetzbaren Vorschlägen an eure Arbeitgeber wenden? Erklärt was eure Bedürfnisse sind und welche Lösungen es gibt, denn schlussendlich profitieren ja alle.  Und überdenkt doch familienintern nochmals die Aufteilung der Betreuungs- und Erwerbsarbeit, vielleicht ergeben sich dabei neue Wege!