Teilzeit Blog

Vaterschaftsurlaub: wo stehen wir denn jetzt?

Während in der EU der bezahlte Vaterschaftsurlaub oder die zwischen den Ehepartnern aufteilbare Elternzeit längst zur Selbstverständlichkeit geworden ist, glänzt die Schweiz mit negativ Beispiel. Wer im Gesetzestext nach Vaterschaftsurlaub sucht, der wird nicht fündig, denn es gibt ihn de facto nicht! Arbeitgeber müssen den Arbeitnehmern nur die üblichen freien Stunden bzw. Tage für familiäre Ereignisse gewähren. Wir sprechen hier von 1-3 Tagen, welche dann im Arbeitsvertrag geregelt sind. Mittlerweile gehen aber immer mehr Unternehmen dazu über, werdenden Vätern mehr freie Tage zu gönnen um den Bedürfnissen der heutigen Elterngeneration gerechter zu werden. Generell setzen sich 5-10 freie Tage (= 1-2 Wochen) durch. 

Die Schweiz ist europaweit das einzige Land, das weder den Vaterschaftsurlaub noch den Elternurlaub kennt! Quelle: watson

Längst fällig ist allerdings eine gesetzliche Regelung für den Vaterschaftsurlaub. Das scheint jedoch die Landesregierung anders zu sehen. Im vergangenen Jahr wurde die eingereichte Volksinitiative für einen Vaterschaftsurlaub von 20 Tagen - einzeln und flexibel zu beziehen im 1.Lebensjahr des Kindes - vom Bundesrat ohne Gegenvorschlag abgelehnt. Die Sozialkommission des Ständerats (SGK-S) lehnte die Initiative ebenfalls ab, stellte aber immerhin einen indirekten Gegenvorschlag eines 10-tägigen Vaterschaftsurlaubs. Dieser ging dann in die Vernehmlassung, wurde vom Bundesrat aber erneut abgelehnt. Der Ständerat hat im vergangenen Juni die Vaterschaftsurlaubs-Initiative von 20 Tagen ebenfalls abgelehnt, dem Gegenentwurf mit 10 Tagen jedoch zugestimmt. Letzte Woche hat nun die Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur des Nationalrats (WBK-N) über den gesetzl. Vaterschaftsurlaub beraten und die Initiative abgelehnt. Am Gegenentwurf mit 10 Tagen hält sie fest.

Nun hängt es vom Nationalrat ab, der voraussichtlich in der Herbstsession über den Gegenentwurf entscheidet. Die FDP-Fraktion müsste geschlossen Nein stimmen um den 10 tägigen Entwurf zu verhindern, was eher unwahrscheinlich ist. Da der Gegenvorschlag indirekt ist, wird das Stimmvolk nicht zwingend an der Urne darüber entscheiden. Wenn das Parlament ihm zustimmt, tritt das Gesetz automatisch in Kraft. Gesetz den Fall, dass die Volksinitiative (über die in der Wintersession entschieden wird) abgelehnt oder zurückgezogen wird. Es könnte jedoch das Referendum ergriffen werden. 

Es bleibt also weiter spannend, aber es tut sich mit schweizerischem Tempo etwas! 

Was haben Betriebliches Gesundheitsmanagement und Nachhaltigkeit gemeinsam?

„Nachhaltigkeit“ ist ein Begriff, der oft seltsam unbestimmt bleibt. In den vergangenen Monaten haben uns Schüler und Schülerinnen geholfen, ihn mit Leben zu füllen: #FridaysforFuture legt klare Forderungen vor, dem Klimawandel politisch so zu begegnen, dass unser aller CO2- Verbrauch begrenzt werden muss.

 

Auf dem Weg zu dieser gelebten Nachhaltigkeit hilft die App „Changers CO2 fit“. Sie stärkt das CO2-Bewusstsein, indem sie es mit der Gesundheitsvorsorge im Unternehmen verbindet.

 

Jeder Arbeitgeber hat ein handfestes Interesse an einem Betrieblichen Gesundheitsmanagement: Fehlzeiten reduzieren sich, die Produktivität nimmt zu und mit einem „gesünderen“ Betriebsklima steigt auch die Zufriedenheit. Dennoch habt ihr vielleicht selbst schon erlebt, dass die betrieblichen Maßnahmen oft eher altmodisch, streng kommuniziert werden – dementsprechend werden sie nicht ausreichend angenommen. Der spielerische Umgang mit dem Thema in Form einer Smartphone-App kann das deutlich verbessern und sich gleichzeitig für die Umwelt auszahlen. 

 

„Changers“ honoriert, was sie tun – vom Laufen übers Radfahren bis zur Ernährung und der Arbeitssicherheit. Dazu werden „Challenges“ aufgesetzt, bei denen Abteilungen oder Standorte miteinander konkurrieren. Wer läuft oder Fahrrad fährt, tut sich selbst und der Umwelt etwas Gutes. Bäume werden gepflanzt, weil das Unternehmen einen selbst festgelegten Betrag für die Leistungen der Mitarbeiter bereitstellt. 

 

Alternativ können die erreichten Bonuspunkte in attraktive Gutscheine umgewandelt werden. Und weil diese „Gamification“ ein Bewusstsein für den CO2-Verbrauch schafft, zahlt neben der verbesserten Gesundheitsvorsorge auch das Thema Klimaschutz in das Arbeitgeberimage ein. Unternehmen können damit die von ihren Mitarbeitern erzielten Klimaeinsparungen in ihren Nachhaltigkeitsbericht integrieren.

 

Große Unternehmen wie die Deutsche Bahn, EY oder Lidl nutzen die App. Sie ist aber auch als Software as a Service (SaaS) gerade für kleine und mittlere Unternehmen interessant, die sich damit die Erfahrung und Sicherheit einer großen Anwendung im Kleinen sichern können: 

 

Die App lässt sich problemlos durch Verwaltung im Web-Browser so konfigurieren, dass sie alle Aspekte des Betrieblichen Gesundheitsmanagements abdeckt. Und das ohne IT- Implementierung oder Vertragslaufzeiten. Wir meinen, dass eine solche App die gelebte Nachhaltigkeit erfahrbar macht. 

Teilzeit am Bau

Fachkräftemangel und geringe Frauenanteile sind auch in der Baubranche ein Thema. Teilzeitarbeit verbessert die Vereinbarkeit zwischen Beruf und Familie und kann dazu beitragen qualifizierte Fachkräfte zu erhalten und zu gewinnen. 

Die Sozialpartner des Maler- und Gipsergewerbes und der Verein Pro Teilzeit haben kürzlich mit einer Umfrage die Situation im Maler- und Gipsergewerbe analysiert. Wir möchten euch kurz über die wichtigsten Ergebnisse informieren. 

Die Nachfrage nach Teilzeitarbeit ist grösser als das Angebot

Eine Mehrheit der Unternehmen und der Arbeitnehmenden finden es wichtig, dass mehr Teilzeitstellen angeboten werden. Dabei sind es vor allem junge Leute und Frauen, die dem Wunsch nach mehr Teilzeitstellen zustimmen. 90% der Malerinnen und 82% der bis 26- jährigen Arbeitnehmenden finden es wichtig, dass es mehr Teilzeitstellen in der Branche gibt. Auch auf Seite der Unternehmen ist bei den jüngeren Generationen die Zustimmung am höchsten. 

Junge Männer wollen Teilzeit arbeiten

Die Umfrage hat auch die Nachfrage nach Teilzeitarbeit erfasst: Jede/r 10. Vollzeitbeschäftigte möchte am liebsten sofort von einer Vollzeit- auf eine Teilzeitstelle wechseln, und zwar unabhängig von Branche und Geschlecht. Am häufigsten äussern 32- bis 36-jährige Männer diesen Wunsch (23% in dieser Alterskategorie). 38% der Vollzeitbeschäftigten antworteten mit «vielleicht in den nächsten Jahren».

Wichtigster Grund für Teilzeitarbeit ist die Familie

Als wichtigsten Grund für Teilzeitarbeit nennen Arbeitnehmende und Arbeitgebende die Familie. Als zweitwichtigster Grund folgt bei den Arbeitnehmenden die Gesundheit, danach Weiterbildung sowie Freizeit und Hobby. 

Die Arbeitgebenden nennen als zweitwichtigsten Grund den Erhalt von Fachkräften. Die weiteren Gründe werden unterschiedlich gewichtet: So ist beispielsweise für Unternehmen, die bereits Teilzeitstellen anbieten, die grössere Flexibilität ein wichtigeres Argument als für Unternehmen ohne Teilzeitstellen. 

Die ausführlichen Resultate der Studie können sie hier herunterladen.

Diversität - ein Muss für den Unternehmenserfolg?

Die Bedeutung von Diversität und Chancengleichheit sind nicht nur gesellschaftspolitisch aktuell, auch in der Arbeitswelt werden sie zunehmend als wichtiger empfunden. Laut einer globalen Studie der Schweizer Personalberatung Egon Zehnder, an der 2500 Führungskräfte aus 7 Ländern teilnahmen, ist dies vor allem für die jüngere Generation entscheidend. Zwei Drittel der befragten Millennials, die in den 1980er und 90er Jahren geboren wurden, nennen dabei Diversität als wichtigste Eigenschaft bei der Wahl des Arbeitgebers. Im Vergleich dazu, sind es bei den sukzessive aus dem Berufsleben ausscheidenden Babyboomern nur 51%. 

Firmen haben Nachholbedarf

Das Problem dabei : Nur etwa 65% der Umfrageteilnehmenden sieht das Thema Vielfalt auch wirklich im eigenen Unternehmen angenommen und verwirklicht. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Chancengleichheit: 61% sehen gleiche Karrierechancen für alle bei ihren Arbeitgebern. 

 

"Für uns Millennials steht die Frage, ob Diversität und Chancengleichheit ein „Muss“ für Unternehmen ist, gar nicht mehr zur Debatte - wir setzten es als Selbstverständlichkeit voraus! Für meine nächtlichen Lernsessions, stressigen Prüfungsphasen und durch Fleiss erarbeiteten Leistungen im Studium, will ich auch eine angemessene „Belohnung“ in Form der absoluten Chancengleichheit erhalten, besser gesagt, den gleichen Zugang zum Erfolg erhalten, wie beispielsweise einer meiner männlichen Studienkollegen. Aus diesem Grund sind Begriffe wie Chancengleichheit und Diversität für mich das A und O in einem Unternehmen." 

Liv Wiemann, Praktikantin der Teilzeit AG und Millennial

 

Erwartungen an die Führungskräfte verändern sich 

Millennials stellen auch veränderte Anforderungen an die Führungskompetenzen. So wünschen sie sich vorallem Nahbarkeit, Werteorientierung und visionäres Denken ihrer Chefs und erwarten persönliche Begleitung und Förderung.

Work Life Balance

Einmal mehr wurde auch hier bewiesen, dass Arbeit im Leben nicht alles ist. Für die Mehrheit der Befragten ist die gesunde Balance zwischen Arbeits- und Berufsleben entscheidend. 

Die moderne Arbeitswelt braucht ein modernes Arbeitsgesetz

Teilzeitkarriere.ch unterstützt die aktuell laufenden Vorschläge zur Arbeitsgesetzmodernisierung. Denn auch wir finden, was im Fabrikzeitalter auf die industriellen Produktionsprozesse zugeschnitten wurde, ist heute überholt (insb. bezüglich Arbeitszeiterfassung und Arbeitszeiten) und sollte an die veränderte Arbeitswelt angepasst werden. 

Die vorgeschlagenen Änderungen bieten Arbeitnehmenden mehr Flexibilität in der Arbeitszeitgestaltung. Was wiederum mehr Freiheiten in der Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Hobbies und anderen Engagements zulässt. Führungs- und Fachpersonen mit hoher Arbeitsautonomie sollen künftig selber festsetzen können, wann und wieviel sie arbeiten, jedoch mit klaren Bestimmungen.

Ständerat Konrad Graber schlägt ein Jahresarbeitszeitmodell vor. Dabei würde die vom Gesetz festgelegte Grenze der wöchentlichen Höchstarbeitszeit wegfallen und es darf unter dem Jahr Schwankungen bei der wöchentlichen Arbeitszeit geben. Im Jahresdurchschnitt darf aber nicht mehr als 45 Stunden pro Woche gearbeitet werden. Ende Jahr sind maximal 170 Mehrstunden (wie bisher auch) erlaubt, welche im Folgejahr zeitlich zu kompensieren sind oder mit einem Zuschlag von 25% ausbezahlt werden. 

Der Vorschlag von der neuen Bundesrätin (ehemaligen Ständerätin) Karin Keller-Suter betrifft die gleiche Arbeitnehmerkategorie und schlägt unter gleichen Voraussetzungen vor, auf die Erfassung der Arbeits- und Ruhezeiten zu verzichten. Damit stellt der Vorentwurf eine Erweiterung des Anwendungsbereichs von Artikel 73a der Verordnung 1 zum Arbeitsgesetz dar. 

Ein wichtiger Schritt in Richtung modernes Arbeitsgesetz ist bereits gemacht. Die Ständeratskommission tagte am 14. Februar und hat den Gesetzesentwurf angenommen. Medienmitteilung 15.2.19

Für Väter gilt: lieber Vollzeit als Teilzeit!

Die neusten Zahlen des Bundesamtes für Statistik zeigen, Teilzeitarbeitende Väter sind immer noch Exoten. Teilzeitarbeit bei Männern entspricht zwar einem weit verbreiteten Bedürfnis, aber warum zögern so viele oder betonen gar, dass sie dies nicht wollen? Das hat wohl mehrere Gründe.

Solange in Unternehmen kein Kulturwandel stattfindet, ist Teilzeitarbeit immer noch gleichgesetzt mit Status- und Machtverlust. Teilzeit = Karrierekiller. Wer will das schon? Hier müssen die Arbeitgeber aktiv werden, flexible Arbeitszeitmodelle fördern und Teilzeitkarrieren ermöglichen. Viele Firmen haben das Problem erkannt und arbeiten daran. Bis allerdings ein echter Kulturwandel im Unternehmen erfolgt und flexible Arbeitszeitmodelle zur Selbstverständlichkeit werden braucht es noch Ausdauer. Mit unserem Beratungsangebot sowie der TEILZEIMANN Kampagne unterstützen wir Unternehmen dabei. 

Ein weiteres Problem sind Klischees, die es zu überwinden gilt. In der Schweiz ist das modernisierte bürgerliche Familienmodell mit dem Vater als Haupternährer weit verbreitet. 54% aller Paare mit Kinder leben dieses Modell. Viele Männer haben Angst vor Statusverlust in der Gesellschaft, wenn sie die traditionelle Ernährer Rolle aufgeben. Hier braucht es vor allem Mut. Und auch Initiative von Seiten der Frauen ein egalitäres Familienmodell einzufordern, wo Erwerbs- und Betreuungsarbeit zwischen den Partnern aufgeteilt wird. Schliesslich ermöglicht dies Frauen und Müttern die berufliche Karriere schneller und gezielter wieder zu verfolgen. 

Teilzeit bei Männern ist auf dem Vormarsch, davon sind wir überzeugt und dafür engagieren wir uns seit 10 Jahren. Der Arbeitsmarkt ist im Wandel. Die Generation der Babyboomer, die Arbeit zum Mittelpunkt ihres Lebens gemacht hat, wird abgelöst von jener Generation, der Zeit wichtiger ist als Geld. Eine Generation die Verantwortung in der Familie übernehmen will und die eine ausgeglichenen Work-Life Balance als wichtigen Lebensinhalt versteht. 

Passend zum Thema gibt es einen 10vor10 Beitrag von letzter Woche in unserem Medienarchiv.

 

1,2,3, Teilzeitjobs

Es gibt viele gute Gründe, warum es nicht immer der klassische Karriereweg sein muss.

Isabel arbeitet von Montag bis Mittwoch Teilzeit als HR Fachspezialistin bei der PH Bern und Donnerstag bis Samstag kümmert sie sich um ihr eigenes Geschäft als selbstständige Kosmetikerin (den ganzen Beitrag findet ihr in unserer Teilzeitgeschichten Sammlung). Sie ist ein Beispiel dafür wie sich flexible Arbeitsformen mehr und mehr durchsetzen. Statt einem Vollzeitjob, wird die Erwerbstätigkeit auf zwei Teilzeitstellen und mehr aufgeteilt, sei es als Selbständigerwerbende oder im Angestelltenverhältnis.

Besonders die Generationen Y und jünger, denen Individualität und Selbstverwirklichung wichtig ist, verzichten immer mehr auf den klassischen 100% Karriereweg bei einer Firma. 

Das dieser Trend zunimmt zeigen auch die Zahlen des Bundesamtes für Statistik. Aktuell liegt die Zahl der Mehrfachbeschäftigten bei über 350'000 so hat 

Jede/r 13 mehr als einen Job

Anteil Mehrfacherwerbstätige an der Erwerbsbevölkerung, in % (durchschnittliche Jahreswerte)

Frauen teilen ihre Berufstätigkeit fast doppelt so häufig auf mehrere Beschäftigungen auf als Männer. Was wiederum erklärbar ist, da knapp 60% der Teilzeitbeschäftigten nun einmal Frauen sind.

Flexible Arbeitsformen benötigen neue Arbeitsräume

Co-Working Spaces spriessen gerade wie Pilze aus dem Boden. Sie sind eine flexible und kostengünstige Art, einen eingerichteten Arbeitsplatz in einem Gemeinschaftsbüro zu mieten. Diese flexiblen Bürogemeinschaften bieten neben der nötigen Infrastruktur Raum für inspirierendes und kooperierendes Arbeiten und sind gerade bei Selbständigerwerbende und Start-ups sehr gefragt. 

Wer selbst noch auf der Suche nach der passenden Work-Community ist, sollte einen Blick auf die Website von WeSpace werfen. Ein Co-Working- und Community-Space für Frauen von Frauen, neu eröffnet in Zürich an der Bahnhofstrasse. Mit dem Ziel die berufliche Entwicklung von jungen engagierte Frauen aus verschiedenen Sektoren, Institutionen und mit unternehmerischen Vorhaben zu vernetzen und zu fördern.

Teilzeitjob: Achtung Vorsorgelücke

Wer Teilzeit arbeitet sollte sich gut mit seiner Vorsorgesituation auseinandersetzen. Bei mehr als einem Teilzeitjob erst Recht. Denn Teilzeitarbeit führt in der Regel zu einer Minderung der BVG Leistungen. Damit Teilzeitler aber überhaupt Arbeitgeberbeiträge aus der 2. Säule erhalten, müssen sie mindestens 21’150 CHF im Jahr verdienen. Denn das ist der Mindestlohn für eine obligatorische Versicherung.

Und dann wäre da noch der Koordinationsabzug: aktuell 24'675 CHF bestimmt er, welcher Lohn bei der 2. Säule (Pensionskasse) versichert ist, indem er vom Jahreseinkommen abgezogen wird. Die Folgen bei einem Bruttolohn von 70'000 CHF: Bei einem 100% Pensum sind 45'325 CHF (70'000 minus 24'675) versichert; bei einem 50% Pensum sind es hingegen nur noch 10'325 CHF (35'000 minus 24'675). Der Teilzeitler erhält hier also höchstens einen Viertel der PK-Rente eines Vollzeitangestellten! Und bei mehr als einer Teilzeitstelle wird unter Umständen der Koordinationsabzug doppelt abgezogen.

Gute Pensionskassen bieten Modelle mit einer Flexibilisierung des Koordinationsabzugs über eine Staffelung nach Einkommen an. So erhalten Teilzeitangestellte mit tieferen Pensen entscheidend mehr Pensionskassenrente. Es lohnt sich also bei der Wahl des Arbeitgebers auch dessen Pensionskassenreglement zu studieren. 

Trotz solch teilzeitfreundlicher Pensionskassenmodelle ist die Vorsorge über die 2. Säule meist ungenügend. Wir empfehlen deshalb dringend allfällige Lücken zusätzlich durch Einzahlungen in die 3. Säule zu schliessen. Teilzeitangestellte mit mehr als 2 Jobs haben die Möglichkeit sich bei der Auffangeinrichtung der BVG oder bei der Pensionskasse des Arbeitgebers freiwillig versichern zu lassen, um ihre Vorsorge zu optimieren.

New Work - was wir unter «Smart Working» verstehen

Wir sind nicht nur die Teilzeit AG, sondern wir leben das auch! Bei uns arbeiten alle Mitarbeitenden in Teilzeit und mit flexiblen Arbeitsmodellen. Als Best Practice wollen wir Ihnen heute unsere Arbeitsweise einmal kurz vorstellen.  

Büros, Arbeitszeit- und Ferienerfassung gibt es bei uns nicht - stattdessen aber ganz viel #Vertrauenskultur.  

Wir alle sind über die Schweiz und ihre Grenzen hinaus verteilt und arbeiten somit komplett ortsunabhängig. Unsere Aufgabenverteilung, -zuteilung und Kommunikation wickeln wir über Redbooth.com ab, ein Projektmanagement Software. So hat jeder seine Tasks (Aufgaben) und kann diese zeitautonom bearbeiten. Jeder dann, wann er am effektivsten ist. Wir haben klar definiert, wer was macht und wie unsere Schnittstellen sind. Jeder für seinen Bereich mit sehr viel Verantwortung. 

Unser System ist komplett transparent - alle sehen alles - sämtliche Dokumente, Lohnabrechnungen, Spesen, Bankkontoinformationen, etc. liegen in der Cloud, so kann jeder die nötigen Informationen selber beschaffen und selbständig entscheiden. Für die interne Kommunikation und kurze Rückfragen benützen wir whatsapp, interne Emails versuchen wir so gut als möglich zu vermeiden. Einmal pro Woche tauschen wir uns im Team über Skype aus. 

#Teamistalles - damit das Zwischenmenschliche nicht auf der Strecke bleibt, treffen wir uns in regelmässigen Abständen auch persönlich – dann geht es aber mehr darum die Gemeinschaft zu fördern. 

Viele weitere Informationen und Inspirationen zu unserer Arbeitsweise hat unser Gründer & Inhaber Andy Keel in seinem privaten Blog: Arbeitstechnik & Lean Organization: Wie ich 4 Firmen in Teilzeit führe zusammengetragen.

Viel Spass beim Lesen!

Der Teilzeitmann fordert 20 % + 20 % Konkordanz

Es ist eines der heiss diskutiertesten Themen im Rahmen der Aktienrechtsrevision diesen Sommer: Die Einführung der Frauenquote in börsenkotierten Unternehmen. 

Der Nationalrat hat sich für eine Frauenquote in Firmen mit mehr als 250 Mitarbeitern ausgesprochen. So soll künftig der Anteil der Frauen in Verwaltungsräten 30 % und in Geschäftsleitungen 20 % betragen. In der Tat besteht hier Aufholungsbedarf, das zeigt der neuste Schillingreport. Der Anteil von Frauen in den Geschäftsleitungen der 118 grössten Schweizer Unternehmen, beträgt aktuell lediglich 7 %. Im Vergleich zum vergangen Jahr ist er sogar wieder rückläufig.

Die Schweiz hinkt damit im internationalen Vergleich massiv hinterher – u.a. gibt es deshalb seit rund einem Jahr unsere Gender Diversity Unternehmensberatung www.doit-smart.org

Dass gemischte Führungsteams erfolgreicher sind, ist wissenschaftlich bewiesen. Und was für die Leitung eines Unternehmens gilt, trifft ebenfalls auf anderen Ebenen zu: Teams, die sich aus Männern und Frauen, unterschiedlichen Nationalitäten, älteren und jüngeren Mitarbeitern, Voll- und Teilzeit zusammensetzen, arbeiten kreativer als Monokulturen.

Der Teilzeitmann fordert: 20 % Frauen und 20 % Teilzeitler in den Geschäftsleitungen

 

Denn Teilzeitakzeptanz in der Führungsetage wirkt sich wiederum positiv auf die Förderung von Frauenkarrieren aus. Oftmals wird auf die Karriere verzichtet, da die Vereinbarkeit von Beruf und Familie nicht machbar ist. Immerhin arbeiten rund 60 % der erwerbstätigen Frauen in der Schweiz in Teilzeit, hier schlummert also wichtiges Fach- und Führungskräftepotential (Quelle Bundesamt für Statistik, 2017). 

Teilzeit bringt Umschwung in die patriarchalen Systeme und die rigide Präsenzkultur in den Führungsebenen und unterstützt den Wandel von steilen und starren Hierarchiestrukturen hin zu einer neuen, agilen und flexiblen Leitkultur. Schnelle Wandelbarkeit und Anpassungsfähigkeit ist heute gefragter denn je und flexible, durchlässige Strukturen innerhalb des Unternehmens sind entscheidende Voraussetzungen dafür. 

Übrigens: Dass eine Quote funktioniert, sieht man am Beispiel Deutschland. Hier hat sich die Frauenquote in den Dax-Aufsichtsräten innerhalb von 3 Jahren von 11 % auf 32 % gesteigert. Wir haben für Euch einen Ratgeber über Teilzeit in Führungspositionen zusammengestellt: Mehr Informationen dazu gibt es in unserem Teilzeit 1x1 

Diese Firmen sind nicht auf Teilzeitkarriere

Teilzeitkarriere.ch listet täglich bis zu 15´000 Teilzeitstellen. Aber wie genau funktioniert dies überhaupt? Und warum sind manche Unternehmen nicht auf teilzeitkarriere.ch? Ein Blick hinter die Kulissen verrät mehr. 

Unser Crawler, bereitgestellt und entwickelt durch die x28 AG, sucht jede Nacht auf über 30´000 Homepages von Schweizer Unternehmen nach aktuellen Teilzeitjobs. Erfasst werden alle ausgeschriebenen Jobs unter 91 Stellenprozenten oder jene, die das Wort Teilzeit im Stelleninserat haben. Die einzelnen Jobs werden mittels ausgeklügelter Semantik indexiert und aufgelistet. Die Jobs sind direkt verknüpft mit den Webseiten der jeweiligen Firmen und so gelangen die Suchenden direkt auf das Jobangebot. Unser Funktionsprinzip ist mit Google vergleichbar.  

Diesen Service stellen wir KMUs - und allen Stellensuchenden - kostenlos zur Verfügung. Um euch täglich diesen Service bieten zu können, sind die grossen Firmen von einer automatischen und kostenlosen Indexierung ausgeschlossen. Wir sprechen hier von Unternehmen mit mehr als 100 ausgeschrieben Teilzeitstellen jährlich. Welche Firmen aktuell nicht dabei sind, erfahrt Ihr hier 

Grosse Unternehmen können eine Indexierung ihrer Teilzeitjobs für geringes Geld bei uns buchen. Die genauen Preisinformationen und Modelle gibt es in unsere Preisliste. Viele Unternehmen wie SBB, Kanton Bern, Swisscom, Post, AXA, BLS AG, Allianz etc. nützen unsere effiziente Rekrutierungsmethode und Employer Branding seit Jahren.

 

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