Multitasker

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Ich wollte immer anders leben. Kinderbetreuung ist mir wichtig. Meine drei Jungs nehmen mich zu Hause voll in Beschlag: Das ist wie ein zweiter Job – und ein enormer Gewinn für alle. Sogar für die Firma.

 

Thomas Stucki, 42
Luzern

 

 



 

 

«Vom emotionalen Gewinn profitieren alle»

 

«Mit 21 Jahren wurde ich erstmals Vater. Das war früh. Aber von Anfang an war mir klar, dass ich für meinen Sohn nicht nur Geld verdienen wollte. Mit meiner damaligen Partnerin teilten wir die Kinderbetreuung. Als ich Jahre später eine neue Familie gründete, war ich als Vater zuhause noch extremer gefragt: Die Mutter musste nach der Geburt notfallmässig ins Spital. Zum Glück konnte sie das Baby mitnehmen, aber es war eine Belastungsprobe, wo ich überall präsent sein musste. Ich pendelte zwischen der Arbeitsstelle, Spital und dem leeren Wohnung, bis meine Partnerin wieder nach Hause konnte. Wir sind beide hochqualifiziert und teilen uns die Erwerbstätigkeit und Familienarbeit. Auch meine Frau hat berufliche Verpflichtungen. Zuhause mache ich in der Regel den Einkauf und die Küche.

Das alte Karrierebild war eigentlich nie meine Sache: Beruf, Militär, aber ja nichts mit den Kindern am Hut, das wäre mir viel zu einseitig. Deshalb habe ich auch nicht das Gefühl, dass ich auf etwas verzichten würde. Als Küchenchef am Familientisch lebe ich ebenso auf wie im Geschäft. Ich habe immer 80 Prozent gearbeitet und in meiner beruflichen Laufbahn schon vieles erlebt, von verständnisvollen Chefs bis zum klassischen ‹Nasenrümpfer›, dass man als Teilzeitmann ja nie da sei. Dieses Geschwafel kenne ich – dabei ist alles nur eine Frage der Organisation.

Besonders staune ich immer wieder, wie die Familienarbeit von Kollegen und Kolleginnen falsch eingeschätzt wird. Als ob ich einfach blau machen würde. Dabei geht oft vergessen, wieviel Energie das braucht, ein Tag mit Kindern. Meine einzige Pause zwischen Büro und Küche ist die halbe Stunde im Zug. Kaum stehe ich an der Schwelle daheim, kommen meine Buben gesprungen. Dass ich zuhause ebenso gefragt bin wie bei der Arbeit, können manche Menschen mit Scheuklappen nicht verstehen. Für mich ist das wie ein zweiter Job. 12- Stunden-Tage sind da die Regel. Da bin ich voll drin – das pure Leben!

Manchmal heisst das auch jonglieren. Ein krankes Kind verlangt ultimativer nach Präsenz als ein Geschäftstermin. Aber das kreative Chaos mit den Jungs kommt auch dem Betrieb zu gut, davon bin ich überzeugt. Je länger je mehr empfinde ich es als Vorteil im Beruf, dass ich auch mal weg bin. Vom emotionalen Gewinn, den ich zuhause erlebe, profitiert auch die Firma. Denn ich bin eben nicht nur ein leitender Angestellter, nicht nur eine Arbeitskraft, sondern auch ein Vater von drei Buben. Und das macht mich aus.

 

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(Christian Löhrer, 38, Speicher/AR)

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