Papi-Kolumne vom Co-Gründer von Teilzeitkarriere
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NEU schreibt der Co-Gründer von Teilzeitkarriere jedes zweite Monat auf diversen Portalen (u.a. Swissmom.ch) eine Kolumne als aktiver Vater. Diese Kolumne publizieren wir selbstverständlich auf Teilzeitkarriere. Keel ist nach einem Jahr als Vollzeit-Hausmann nun Teilzeit-Hausmann und teilt sich die Erwerbs-, Familien- und Hausarbeit mit seiner Frau. Kürzlich war ich für 1 Woche in China am Arbeiten. In dieser Kolumne möchte ich 3 Aspekte beleuchten: Die Ressourcen als Vater, der Zielkonflikt zwischen Alltag und Abwechslung sowie der Tatsache, dass wir jeden Morgen selber die Wahl haben. Was gebe ich meinen Kindern mit in den Rucksack? Die Arbeit an sich selber – sei es allein oder mit professioneller Unterstützung - ist nicht nur unsichtbar sondern führt einem auch in Ecken des eigenen Ich’s die bisher nicht ausgeleuchtet waren. Dem entsprechend unangenehm sind da die einen oder anderen Observationen. Bei der Arbeit an, in und mit mir habe ich mich in letzter Zeit zu oft mit den Lasten die ich meinen Kindern mit in den Rucksack gebe beschäftigt. In China habe ich realisiert, dass es an der Zeit ist, wieder an mehr an Ressourcen zu denken. Welche Faszinationen und Fähigkeiten kann ich helfen zu entwickeln? Welche Qualitäten haben meine Kinder und ich? Was können wir zusammen im Kindesalter unternehmen was für immer ein Anker bleibt? Ein Vorsatz zB: Ich möchte die Faszination ERDE & REISEN mit meiner Familie wieder mehr leben & teilen. Forbitten City, Beijing Oft werde ich gefragt:“ Wie machst Du das, eine ganze Woche in China – Du bist doch Do/Fr Hausmann“? Bei der Frage ertappe ich mich, wie einerseits tatsächlich ein schlechtes Gewissen habe, eine ganze Woche nicht präsent zu sein und meinen Arbeitsanteil zuhause auf meine Frau und das Helfersystem abzuwälzen. Andererseits bin ich fast ein Bisschen empört, da eine Woche weg sein ja nichts ist im Gegensatz zu einigen Vätern die sich oft in einer normalen Arbeitswoche ab dem späten Samstag-Vormittag mit den Kindern beschäftigen. Bei der Fragestellung kann ich zudem ablesen, dass ich als Teilzeit-Hausmann angekommen und akzeptiert bin und von nun an mit hausfraulichem Maßstab gemessen werde. Für mich wichtig ist es, dass sich jeder Mensch frei entfalten kann und sich neben dem Alltag eben auch Raum für Außergewöhnliches schaffen kann. Ein Teilzeitpensum und funktionierendes Helfersystem ist hier oftmals der Grundstein. In China wurde mir so bewusst, dass jeder versucht, sein Bestes mit seinen Möglichkeiten und Fähigkeiten, immer und überall, zu geben. Der einzige Teufel ist eigentlich die Gleichgültigkeit, die Resignation. Jeder kann sein Leben gestalten, überall und jederzeit. Wichtig ist, es zu tun. Jeden Morgen aufzuwachen mit dem Gedanken: „Ich bin noch nicht tot, ich kann, ich habe eine Wahl.“ Ganz egal ob Suppenverkäufer, Verkaufsmitarbeiter oder Hausfrau – wir sind auf der Welt um zu gestalten – nicht um zu überleben und auch nicht nur zum eigenen Entertainment. |

